Kennzahlen-Dashboard mit Geckoboard und Raspberry Pi

Die Kennzahlen und Daten unserer eigenen Dienste beschäftigen uns jeden Tag: Wie viele Visits hatten wir gestern, wie viel haben wir mit Adsense eingenommen und was waren die wichtigsten Seiten? Nur ein täglicher Blick in diese Informationen lässt eine Steuerung im Tagesgeschäft zu. Wenn man es zusätzlich schafft, diese Informationen soweit herunter zu brechen, dass alle Mitarbeiter die Kerninformationen auf einem Blick erfassen können, trägt dies wesentlich zur Transparenz bei. Uns war also klar: Dafür wollen wir ein Dashboard!
Dashboard

Selbermachen oder doch kaufen?

Zunächst haben wir versucht eine Open Source Lösung zu finden, mit der wir ein solches Dashboard umsetzen können. Leider haben die meisten Open Source Systeme den Nachteil, dass man hierfür eine eigene Infrastruktur als Server bereitstellen muss und dass man zur Integration von externen Daten – wie z.B. Google Analytics und Adsense, Twitter, Facebook usw. – immer etwas Eigenes programmieren muss, um die benötigten Daten zu extrahieren und an das Dashboard zu übergeben. Wir haben bei unseren Recherchen dann das System von Geckoboard gefunden. Für einen geringen Monatsbeitrag stellt Geckoboard sein System als SaaS-Dienstleistung bereit und bietet dabei direkt Anbindungen zu über 120 weiteren Diensten an(Stand Oktober 2013). Die monatlichen Kosten waren dabei so niedrig, dass sich die Frage nach „make or buy“ gar nicht erst gestellt hat: Buy!

Die Einrichtung eines Dashboards an sich ist dabei sehr simpel. Man verknüpft die Geckoboard-Services via oAuth mit den benötigten Konten und kann sich die Daten in seinem Dashboard direkt anzeigen lassen. Die Anzeige selbst geschieht dann unter einer individuellen, kryptischen URL in einem Browser (ggf. mit zusätzlicher IP Beschränkung).

Eigene Widgets

Wenn man nun individuelle Zahlen auf seinem Dashboard anzeigen möchte, so kann man dies mit eigenen Widgets machen. Wir nutzen dazu die Bibliothek von Carlos Buenosvinos und pushen Zahlen von unserer Agentur-Software Quo::Job direkt an Geckoboard. So müssen wir Geckoboard keinen Zugriff auf unsere Systeme geben und können die Firewall geschlossen lassen. Der Aufwand hierfür war sehr übersichtlich.

Zur Anzeige haben wir in unserem Meetingraum einen HD Flat Screen Fernseher montiert. Zunächst wollten wir den dort integrierten Browser nutzen, um die Webseite anzeigen zu lassen. Leider ist der Samsung Browser aber nicht in der Lage die Webseite anzuzeigen. Als Nächstes haben wir einen Android-HDMI Stick probiert. Hier konnten wir zwar einen Google Chrome installieren, doch stellte sich erst hinterher heraus, dass der Stick zwar 1080p an den Fernseher sendet, intern aber nur mit einer deutlich niedrigeren Auflösung arbeitet. Die Folge: Es wurde nur die Hälfte angezeigt.

Raspberry/PI

Der Mini-Rechner, die Tastatur und die Maus sind in der Schublade versteckt.
Der Mini-Rechner, die Tastatur und die Maus sind in der Schublade versteckt.

Jetzt nutzen wir für die Anzeige einen Raspberry Pi. Die Installation und Konfiguration eines solchen Rechners zur Anzeige einer Webseite ist sehr gut auf den Webseiten vom Peutinger Gymnasium und bei Geckoboard beschrieben. Mit Linux-Grundkenntnissen absolut kein Problem und in wenigen Minuten gemacht. Am Längsten hat das Kopieren des Images auf die SD-Karte gedauert (über 4 Stunden!!). Die Leistung des Mini-Rechners reicht dabei so gerade aus, dass der Chrome-Browser im Kiosk-Modus angezeigt wird.

Energiesparen

404 - Die Funktion ist nicht Verfügbar
404 – Die Funktion ist nicht Verfügbar

Um Energie zu sparen wollten wir den Fernseher morgens automatisch an- und abends wieder ausschalten. Praktisch, denn das Konfigurations-Menü unseres Smart-TVs hat einen entsprechenden Punkt. Doch wenn man diesen anwählt erscheint folgende Meldung: Diese Funktion ist nicht verfügbar. Das ist schon fast wie in den Anfangszeiten des Webs: Hier kommt irgendwann mal Inhalt. Liebe Samsung Ingenieure macht man einen Kurs in UX – Jetzt haben wir eine Schaltuhr dazwischen geschaltet.

Ausbau

Da die Erstellung eigener Widgets sehr schnell möglich ist, überlegen wir derzeit weitere Parameter aus TYPO3 im Dashboard darzustellen: Die Zahl der positiven und negativen Ratings, neue Kommentare, neue Seiten, eine Auswertung der Hits auf die Affiliates und noch vieles mehr.

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Über Ingo Schmitt

Spricht Typoscript, php, und sql. Perl und bash verhandlungssicher.Besitzt java Grundkenntnisse.
Ist als CTO in der Geschäftsleitung zuständig für Entwicklung und Betrieb und bloggt hier über alles was technisch interessant ist.

Homepage: http://www.marketing-factory.de

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3 Gedanken zu „Kennzahlen-Dashboard mit Geckoboard und Raspberry Pi“

  1. Herzlichen Glückwunsch zu Eurer Geckoboard Lösung mit dem Raspberry Pi.
    Mit Tellystream habt Ihr eine alternative Möglichkeit Geckoboard oder beliebige Webseiten direkt an den Samsung Fernseher zu schicken. Alternativ kann man diese an einen Raspberry Pi schicken der XBMC laufen hat.
    Zusätzlich könnt Ihr auch noch andere Seiten/Dienste einbinden. Schaut doch einfach mal bei http://tellystream.com rein. Man kann die Software umsonst testen.

    P.S.: Der Timer am Samsung könnte funktionieren wenn Ihr eine manuelle Uhrzeit einstellt und die nicht per „Auto“ Einstellung vom Server holt.

    1. Danke für den Tip mit der manuellen Uhrzeit. Wieso das aber nur mit einer manuell gesetzten Uhrzeit möglich ist, das bleibt ein Geheimnis der Samsung Ingenieure ;-).

      Die Lösung von Tellystream sieht ganz charmant aus, doch muss dann wohl neben dem Raspberry Pi und dem TV noch ein PC permanent laufen, und das für einen Screen doch etwas viel Stromverbrauch. Für mehrere Displays mit verschiedenen Streams aus verschiedenen Quellen werde ich das aber im Hinterkopf behalten.

  2. Die Idee mit Tellystream ist ja gerade dass man ausser dem Samsung TV keine weitere Hardware mehr benötigt.
    Der Raspberry Pi wird nur dann eingesetzt wenn schon ein TV existiert, der aber nicht von Samsung ist. An Samsung Fernseher spielt das System komplett automatisch.

    Tellystream wird es neben Windows auch für Mac und Windows geben. Der Resourcenverbrauch ist extrem optimiert so dass es kaum Last erzeugt. Damit kann das gut auf existierenden Maschinen laufen die sowieso an sind. In den meisten Firmen gibt es immer irgendwo einen Rechner der durchläuft.

    Das mit dem Timer ist wirklich seltsam.

Kommentare sind geschlossen.