Titelbild zu unserer Kanbanschulung

Wir werden agil! – Die Einführung von Kanban

Die Softwareentwicklung wird immer wieder (und immer häufiger) von dem Buzzword „agile“ überflutet. Ziel soll es sein, seinen Entwicklungsprozess fortlaufend zu optimieren und dadurch komplexe Prozesse besser strukturieren, die Produktivität erhöhen und die Qualität verbessern zu können.

Auch unser Ziel ist es, uns stets weiterzuentwickeln und aus diesem Grund haben wir uns, wie viele andere, dazu entschieden, uns Richtung agil weiterzubilden. Seit geraumer Zeit arbeiten wir schon mit kleineren Boards, um einen Gesamtüberblick über unsere Projekte zu ermöglichen. Doch das reichte uns nicht aus und deshalb haben wir für zwei Tage unsere Arbeit niedergelegt und uns ganz und gar dem Thema Kanban gewidmet. Hierzu luden wir einen externen Coach ein, welcher uns zwei Tage lang durch einen Workshop begleitet und unterstützt hat.

1. Tag – Was, wie, wo ist Kanban?

Am ersten Tag ging es darum, alle auf einen gewissen Wissensstand zu bringen und einige wichtige Fragen zu klären:

  • Was ist Kanban?
  • Wie funktioniert Kanban?
  • Wofür wird Kanban eingesetzt?

Kanban ist das japanische Wort für Signalkarte und ursprünglich eine Technik aus dem Toyota-Produktionssystem, durch die ein gleichmäßiger Fluss (Flow) in die Produktion gebracht und dadurch die Lagerbestände reduziert werden sollen.

Für die IT wurde lediglich die Grundidee und der Name übernommen und mit einigen grundlegenden Prinzipien aus der Lean Production, dem Lean Product Development, die Theory of Constraints und dem klassischen Risikomanagement ergänzt. Durch David Anderson wurden die folgenden sechs Kernpraktiken festgelegt:

  1. Visualisiere die Arbeiten,
  2. Begrenze die Menge angefangener Arbeit,
  3. Miss und steuere den Fluss,
  4. Mache die Regeln für den Prozess explizit,
  5. Fördere Leadership auf allen Ebenen in der Organisation,
  6. Kontinuierliche Verbesserung.

Dem Thema Kanban näherten wir uns in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten, um gemeinsam eine gewisse Wissensbasis zu erarbeiten. Im Anschluss haben wir durch „kompetitives Papierschiffe falten“ versucht, die Produktivitätssteigerung durch Verwendung der Prinzipien einmal genauer zu identifizieren und zu visualisieren.

2. Tag – Entwicklung eines eigenen Boards

Am zweiten Tag ging es erst einmal darum, die aktuellen Prozesse innerhalb der Marketing Factory zu beschreiben und zu visualisieren. Das spannende hierbei war, dass die zur Zeit bei uns verwendeten Prozesse je nach Position und Aufgabengebiet unglaublich unterschiedlich wahrgenommen wurden.

Viel schwieriger war es dann, aus den aktuellen Prozessen ein Board zu erstellen, auf der die Arbeit konkret dargestellt werden sollte. Auch hier gab es wieder viele unterschiedliche Meinungen und Auffassungen. Für unseren Anfang mit Kanban erstellten wir ein Board, welches alle Schritte von der Akquise bis zum Abschluss darstellt.

Für die Schritte der Planung und Umsetzung haben wir ein zweites und kleineres Board erstellt. Dort können wir die Arbeit (Projekte) in verschiedene Arbeitspakete aufteilen und dadurch besser erkennen, wo Engpässe entstehen.

Die ersten Wochen nach dem Workshop

In den ersten Wochen nach dem Workshop sind wir hingegangen und haben damit begonnen, Regeln aufzuschreiben und dadurch explizit zu machen. Zudem haben sich die einzelnen Projektteams zusammengesetzt und die aktuellen Aufgaben in Form von Karten an das Board gebracht.

Da wir bisher mit einem Push-System arbeiten, erfolgt die Umstellung auf ein Pull-System in kleinen Schritten. Wichtig ist es uns erst einmal zu erkennen, wo aktuell unsere Engpässe entstehen und zu überlegen, wie wir diese auflösen können.

Während der ersten Wochen haben wir beispielsweise schon feststellen können, dass das Board, welches wir während dem Workshop erstellt haben, für jedes Projekt anders genutzt wird. Grund hierfür sind unterschiedliche Herangehensweisen in den einzelnen Projekt-Teams.

Inzwischen sind fast drei Wochen vergangen und langsam spielt sich der Prozess mit dem Board ein. Neue Aufgaben werden als Karten erfasst und die Zeit für jeden Schritt wird mit Hilfe von Datumsstempeln auf den Karten festgehalten.

Persönliches Fazit

Ich fand die beiden Workshop-Tage anstrengend, aber gleichzeitig auch spannend und lehrreich. Wir haben nicht nur gelernt, was Kanban bedeutet, sondern auch den ersten Schritt in Richtung höherer Produktivität und Qualität gemacht.

Spannender aber finde ich noch das, was noch auf uns zukommen wird und stelle mir die Fragen:

  • „Wie wird es mit der Umstellung auf das Pull-System?“

und

  • „Schaffen wir es, gemeinsam mit unseren Kunden, unsere Arbeitsweise zu verbessern, produktiver zu werden und unsere Qualität zu steigern?“

Bildquellen

Über Christian Hellmund

PHP & TYPO3 Entwickler bei der Marketing Factory. Zusätzlich für die Erste Hilfe in der Firma zuständig.

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