Titelbild Google Analytics Summit

Recap: Analytics Summit 2019 oder ein jährliches Klassentreffen

Nachdem ich letztes Jahr auf Grund von Terminkollisionen nicht nach Hamburg zum Analytics Summit fahren konnte, war es dieses Jahr am 06.11. wieder so weit und der 8. Analytics Summit öffnete seine Pforten. Für mich war es die 6. Teilnahme an dieser Veranstaltung und daher gehörte ich hier schon zu den „alten Hasen“.

Bevor ich etwas über die Talks erzähle, möchte ich aber noch eine Sache loswerden: Ein riesengroßes Lob und ganz viel Respekt vor dem, was Christina Klein und Timo Aden mit Ihrem Team von Trakken jährlich auf die Beine stellen. Vor allem die Live-Band den ganzen Tag über war einsame Spitze. So, nun aber zum wirklichen Inhalt:

Kurze Einführung von Timo über Entwicklung im Laufe der Zeit

Zu Beginn zeigte Timo die Entwicklung von Google Analytics und deren mittlerweile anderen verbundenen Tools auf. Im Laufe der Jahre hat sich viel in Richtung Cloud entwickelt und vor allem zu einer Spezialisierung der Tools geführt. Einige Tools haben aber nie die Marktreife erreicht und fristen noch immer ein Beta-Dasein oder wurden mittlerweile vom Markt genommen.

Keynote von James Cote

James Cote @Analytics Summit 2019
James Cote @Analytics Summit 2019

Mit James Cote (Google Analytics for Firebase) von Google als Keynote Speaker kamen wieder „frische“ News aus Mountain View. Für mich speziell, der bislang überhaupt noch nicht mit GA for Firebase gearbeitet hat, ein sehr interessanter Talk. Auch, wenn wir ihn in der Praxis leider eher weniger einsetzen können. James ging insbesondere darauf ein, welche Möglichkeiten man aktuell schon beim Tracking hat, was demnächst schon möglich sein wird und was die Zukunft ggfs. bringen könnte.

Ziel von Google ist es, nach und nach die Daten von Web und App zusammenzubringen. Aktuell herrscht noch ein Bruch in den Daten, da es sich um unterschiedliche Plattformen handelt und man somit die Daten aus App und Website nur schwer zusammenlegen kann.

John Keiller über den Wandel eines Fahrrad-Shops

John Keiller von Canyon Bicycles erzählt, wie sie es geschafft haben aus einem durchschnittlichen Fahrrad-Shop im Internet einen Global-Player im Bereich „Fahrrad“ zu machen. Sie haben hier einen Ansatz verfolgt, der komplett datengetrieben war: Diesen Ansatz verfolgen sie jetzt auch weiterhin, um sich noch stetig weiter zu verbessern und zu wachsen. Eine Verbesserung konnten sie u.a. auch dadruch erzielen, dass sich direkt mit dem Endverbraucher in Kontakt kamen und somit auch einen für den Verbraucher günstigeren Preis erzielen könnten. Außerdem schafften sie es durch stetiges Monitoring der Kundenbewertungen die Zufriedenheit der Kunden zu steigern.

EON über die Tücken bei zwei Geschäftsmodellen

Das Gespann Fabian Schaipp und Lovro Lucic schilderte danach dann ihr Vorgehen im Konzern von EON, wie sie die Customer Journey tracken. Da EON zum einen ihr Hauptstandbein mit den Energie-Verträgen haben, aber daneben auch Smart-Home Produkte vertreiben, ergeben sich unterschiedliche Funnel für das Tracking perfekt. Während bei den Smart-Home-Produkten ein klassischer Checkout-Funnel angewendet werden kann, gibt es bei der Energie-Sparte ein paar  „Abkürzungen“. Ein „remove from cart“  sucht man hier z.B. vergeblich.

Silja Schilling mit der „all inclusive“ Marketing Plattform von Google

Silja Schilling von der schweizer COOP-Gruppe nahm für uns die Google Marketing Plattform etwas genauer unter die Lupe. Man konnte recht einfach feststellen, dass die Plattform zwar rein in der Theorie alles mitbringen sollte, aber die wirklichen Probleme häufig im Detail zu finden sind. Ebenfalls ein großes Hindernis für COOP war laut Silja, dass man auf Grund der geringeren Größe des schweizer Marktes bei nicht Standard-Formaten schnell zu wenig Impressions bekommt, um noch sinnvolle Aussagen bzgl. Kampagnen aufstellen zu können. Eines ihrer Learnings war ebenfalls, dass „alle Aussagen bzgl. Zielgruppen in Google Analytics zunächst einmal rein hypothetisch sind und zuerst bestätigt werden müssen„.

Berge & Meer verbessert Suche mit Hilfe von LEAN Analytics Cycle

Mit Johanna Czaja von Berge & Meer wurde die geballte Frauen-Power im weißen Saal vor dem Mittagessen abgeschlossen. Ursprünglich wollte Johanna nur die Suche verbessern, musste ihre Verbesserungen aber gegenüber den anderen Abteilungen auch belegen. Hier kam dann der LEAN Analytics Cycle zum Tragen.

Simo Ahava in Action

Simo in Action @Analytics Summit 2019

Nach dem Mittag kam dann nicht nur für mich, sondern für viele das Highlight der Konferenz. Mit Simo Ahava wurde DER GTM-Spezialist schlechthin für einen Vortrag verpflichtet. Und was soll ich sagen: Ich bin begeistert! In seinem Vortrag ging Simo darauf ein, dass Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen alles ist und die Daten noch so gut sein können, wenn die Leute sich nicht absprechen. Wenn z.B. das Entwicklungssystem online verfügbar ist und indexiert wird, kann das zu schwerwiegenden Problemen führen. Genauso wie z.B. wenn die Testdaten ins Live-System tracken. Vielen von uns, ist hier natürlich spontan schon die ein oder andere Situation eingefallen, die ebenfalls passt. Klingt an sich simpel, aber in der Praxis wohl trotzdem so schwer.


Analytics Challenge oder täglich grüßt der Markus Baersch

Mit Markus (@mbaersch) ging für Köln ein „altes“ Gesicht an den Start. Markus hatte den Hattrick in Köln geschafft und sich zum dritten Mal in Folge dort fürs Finale qualifiziert. Um es vorweg zu nehmen: Es hat aus seiner Sicht leider dieses Jahr auch nicht gereicht. Dazu aber gleich mehr.

Jeder der vier Städte-Gewinner aus Köln, Berlin, München und Hamburg hatte für seinen Case/Hack genau 10 Minuten Zeit, ihn vorzustellen. Markus machte mit seinem „Spezialgebiet“, dem Herausfiltern von Bots, den Anfang. Er konzentriert sich zum einen mittlerweile auf das Austesten von Browser-Features und zum anderen auf das Herausfiltern mit Hilfe von recaptcha 3. Ein sehr interessanter Ansatz.

Als nächster kam Thomas Langnau aus Berlin, der uns ein Add-On für den Browser mitgebracht hat. Dieses selbst geschriebene Add-On kann zum einen anzeigen, ob die Übergabe anonymisiert wurde, aber auch wie viele Tags oder Properties gefeuert wurden. Ein sehr nützliches Tool für den Analysten.

Julian Volke aus München zeigte dann seinen Ansatz, wie er Formular-Abbrecher trackt. Sein Ansatz ist hier, dass er jedem Feld eine Zehnerpotenz gibt und die Anzahl der Klicks auf das Feld dann übergibt. Die Zahl „1220“ würde dann bedeuten, dass Feld 1 genau einmal, die Felder zwei und drei jeweils zweimal und das vierte Feld überhaupt nicht angeklickt wurden. Auch wenn der Ansatz noch Schwächen hat, ist die Idee super.

Den Abschluss machte dann das Duo Ralph Keser & Steffen Blankenbach aus Hamburg. Die beiden haben eine Lösung mit serverseitigem Tracking mit Hilfe von Cloudflare umgesetzt, um das Problem mit geblocktem Tracking u.a. zu umgehen.

Hit-Limit im Blick und 20% bessere Ladezeit

Mit diesen beiden Themen ist Manuel Schnaible von L’TUR an den Start gegangen. Manuel machte insbesondere darauf aufmerksam, welche Möglichkeiten man hat, die Limits von Google Analytics zu handeln. Im zweiten Teil ging er noch die Verbesserung der Ladezeit auf unterschiedlichen Seitentypen bei L’TUR ein. Die Folien, aber auch weitere Infos zu seinem Talk sind hier zu sehen.

Anjali Raghavan bildet den Abschluss

Anjali Raghavan @Analytics Summit 2019

Mit Anjali von Google bekamen wir noch zum  Schluss einen Ausblick darüber, was Google in Bezug auf Tracking von Web und App vor hat. Ein großes Thema (und auch bereits live im Beta-Mode gezeigt) ist hierbei, das Tracking für App und Web zusammenzulegen. Dies würde dann dafür sorgen, dass ein Nutzer auch plattform- und geräteübergreifend getrackt werden könnte. Ob das in Deutschland aber jemals Realität werden wird, möchte ich an dieser Stelle aber zumindest mal in Frage stellen. Ich denke, dass hier die Datenschützer zumindest einen Versuch starten werden, dies zu unterbinden.

Thomas gewinnt Challenge

Mit der Verleihung des Analytics Challenge Awards stand der krönende Abschluss der Veranstaltung auf dem Plan. Mit Thomas Langnau hatten wir einen würdigen Sieger. Danach Stand die Party mit Essen, Live-Musik und Networking auf dem Plan. Für mich heißt es jetzt schon den 05.11.2020 vormerken, wenn der nächste Analytics Summit in Hamburg ist.

Euer Conversion Kalle

Simon Schmidt aka. Conversion Kalle

Bildquellen

  • James Cote: Simon Schmidt
  • Simo in Action: Simon Schmidt
  • Anjali Raghavan: Simon Schmidt
  • Conversion Kalle: Simon Schmidt
  • Titelbild Google Analytics Summit: Simon Schmidt
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Über Simon Schmidt

Simon Schmidt ist bei Marketing Factory für die Bereiche technisches SEO und Datenanalyse zuständig

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