Logo: Shopware Community Day 2018

Recap: Shopware Community Day 2018

Der diesjährige Shopware Community Day (SCD2018) begann schon in der Vorbereitung mit einer Überraschung. Nach vielen Jahren in denen die Veranstaltung auf dem Tobit-Gelände in Ahaus stattfand, ging es jetzt erstmals in den Ruhrpott – genauer: In den Landschaftspark Duisburg-Nord. Wie ich später herausfand, schlicht aus Platzmangel.

Die Location war für eine IT-Konferenz eine durchaus ungewöhnliche Wahl. Kaum raus aus der Straßenbahn führte der Weg vorbei an Wiesen und hoppelnden Hasen, bevor ich das Gelände der stillgelegten Stahlhütte erreichte.

Der SCD2018 stand unter dem Motto „Beyond Horizon“ und lud zum kreativen Austausch ein, wozu die Umgebung auf alle Fälle beitrug. Stefan Hamann, CEO der Shopware AG, verstand Kreativität in seiner Keynote dabei so, dass man sich auf die Zwanglosigkeit und Freiheit, die jeder von uns als Kind erlebt hat, zurückbesinnen solle. So spannte er den Bogen letztlich bis zur Vorstellung der neuen Major-Version von Shopware, die hier hinsichtlich ihrer Architektur und ihrer Konzepte neue Wege beschreitet.

Eine neue Spielwiese für Entwickler und Interessierte

Als Appetizer für die neue Version führte Hamann den Shopware Playground, der im Herbst veröffentlicht wird, vor. Auf dieser Plattform wird es dann möglich, mit dem neuen Shopware zu experimentieren und Neues auszuprobieren. Die eigenen Experimente kann man in einem „Marktplatz“ mit anderen Interessierten teilen oder sich dort veröffentlichte Ideen anschauen und testen. So möchte die Shopware AG bereits relativ früh Feedback, Anregungen und Kritik für die neue Shopware-Plattform sammeln, das dann in die Entwicklung des neuen Releases fließt.

Zudem kündigte er für das kommende Shopware 5.5 die vielleicht wichtigste Neuerung für bestehende Installationen an: Mit Version 5.5 kann ionCube nicht länger genutzt werden. Alle über den Shopware Store gekauften Plugins stehen dann unverschlüsselt zur Verfügung. Hierdurch wird für Shopware auch die Nutzung der aktuellen PHP-Version 7.2 möglich. Zuvor hinderte die schleppende Entwicklung von ionCube daran, aktuelle PHP-Versionen einzusetzen.

Auf Stefan Hamanns Keynote folgten dann auch die eher technischen Talks, auf die ich mich dann zunächst konzentriert habe. Core-Developer und UX-Developer stellten den neuen Shopware-Kern im Detail vor. Für uns speziell interessant ist, dass Shopware in 2018 endlich den Weg Richtung Composer gefunden hat. Betrieb und Deployment der Shopinstallationen werden dadurch wesentlich vereinfacht.

Dr. Frederik G. Pferdt
Dr. Frederik G. Pferdt – Chief Innovation Evangelist bei Google

Durch den Einsatz von Composer können künftige Installationen erstmals mit reproduzierbaren Versionen aller Komponenten ausgerollt werden. Außerdem steht sowohl den Plugin-Autoren als auch den Core-Entwicklern selbst hierdurch ein reiches Sortiment an 3rd-Party-Bibliotheken zur Verfügung, wodurch viel Funktionalität nicht neu entwickelt, sondern bereits bestehende und bewährte Implementierungen genutzt werden können. Hierzu zählt z.B. auch, dass der neue Core kein eigenes Application-Framework mehr mitbringt, sondern stattdessen als vollwertige Symfony-Applikation konzipiert wurde.

Neue Features im neuen Shopware

Wichtiges neues Feature: Inzwischen kann Shopware headless arbeiten. Was wir im TYPO3-Bereich und bei Eigenentwicklungen schon jetzt unterstützen, nämlich, dass ich das Frontend, das der Kunde sieht, beliebig skalieren kann und es unabhängig von Redaktionssystemen läuft, geht jetzt auch mit Shopware. Denn die neue Storefront kommuniziert nur noch über APIs mit dem eigentlichen Shopsystem. Auch das Backend ist nur noch eine Anwendung, die auf der API arbeitet. Von Optimierungen in diesem Bereich profitieren somit nicht nur die Shopbesucher, sondern auch die Redakteure im Backend.

Eine – wirklich fundamentale –Neuentwicklung gab es dann allerdings doch: Anders als Shopware 5 setzt der neue Code nicht mehr auf den Doctrine-ORM, sondern auf ein Eigengewächs aus Schöppingen. Die Begründung klang allerdings mehr als einleuchtend. Anstatt auf eine ORM-Komponente zu setzen, die in allen Szenarien funktionieren muss, wollte man hier speziell die Bedürfnisse des eCommerce bedienen. Konkret wird die neue Datenbankabstraktionsschicht unter anderem flexibles Caching von Lesezugriffen durch z.B. Redis unterstützen. Andererseits wird es aber auch möglich sein, Massenimporte statt in Echtzeit anhand einer Message-Queue, wie sie z.B. RabbitMQ bietet, zu verarbeiten. Hierdurch lassen sich Prozesse und beteiligte Systeme voneinander abkoppeln.

Der krönende Abschluss: Die After-Show-Party

Den Abschluss des Shopware Community Days 2018 bildete die – wie immer legendäre – After-Show-Party, bis spät in die Nacht hinein. Bei kühlem Bier und leckerem Essen bot sich eine prima Gelegenheit zum Netzwerken und natürlich zum ausgelassenen Feiern.

Aftershow-Networking beim Shopware Community Day 2018
Der Gebläsehallenkomplex Im Landschaftspark Duisburg-Nord ermöglichte Aftershow-Networking in lockerer Atmosphäre

Wir sind auf alle Fälle – wie Stefan Hamann es nennen würde – „heiß wie Frittenfett“ auf das, was mit Shopware in der nächsten Zeit passiert und freuen uns auf die ersten Projekte mit dem neuen Core.

Bildquellen

  • Dr. Frederik G. Pferdt: Presseabteilung Shopware
  • Der Gebläsehallenkomplex im Landschaftspark Duisburg: Christian Spoo
  • Titelbild_SWCD2018: Shopware

Über Christian Spoo

Zwingt Soft- und Hardware gerne seinen Willen auf. Spricht fließend Meme und Picdump. Bei der Marketing Factory für die Bereiche Entwicklung und technische Konzeption zuständig.

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