Recap: TYPO3 Developer Days 2019 in Karlsruhe

Auch in diesem Jahr waren wir, d.h. Christian (Hellmund) und Christian (Spoo), wieder auf den TYPO3 Developer Days 2019 vertreten. Wer sich noch an unseren Recap von letztem Jahr erinnert, kann sich eventuell auch noch an die vergleichsweise vielen negativen Aspekte erinnern, welche wir erfreulicherweise in diesem Jahr nur noch an zwei Stellen finden konnten.

Die Location

Die T3DD19 fanden im AkademieHotel Karlsruhe statt. Das Positive zuerst: Die Location bestach durch gutes Essen im Restaurant, sowie viel Platz drinnen und draußen – zum Sitzen, Arbeiten und Austausch mit Anderen. Zusätzlich befand sich eine Kegelbahn im Untergeschoss, sowie immer genügend frei verfügbare Getränke während der Sessions.

Nun zu den negativen Punkten: Leider fehlten im Erdgeschoss die Steckdosen, um die Geräte zwischen den Sessions wieder aufladen zu können. Einzig in den Räumen im 1. Obergeschoss ließen sich genügend Steckdosen finden. Dabei wurde der größte Raum für Sessions genutzt und die restlichen offenen Räumen waren jeweils eigenen Bereichen zugeteilt (Core-Team-Room, Speaker-Room, Quiet-Room und TYPO3.org-Team-Room). Und: Auch in diesem Jahr gab es wieder massive Probleme mit der Internetverbindung. Das WLAN konnte zwar die große Anzahl an Geräten ohne Probleme verwalten, leider brach die Leitung dahinter dafür regelmäßig unter der Last zusammen.

Trotz eines Unitymedia-Mitarbeiters, der umgehend anrückte (#technikeristinformiert), blieb es leider dabei. Und auch das mobile Netz war innerhalb des Gebäudes nicht wirklich nutzbar. Beides Aspekte, die bei einer Veranstaltung für Entwickler also eher semi-optimale Voraussetzungen schaffen.

Die Talks und Workshops

Nun zu den wichtigen Themen der T3DD19: Die Talks und Workshops. Das Programm bestand dieses Jahr aus Sessions in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen: Beginner, Advanced und Pro. Durch diese Klassifizierung konnte man sich nicht nur recht einfach individuelle Zeitpläne erstellen, sondern man wusste von Anfang an, welche Tiefe der Materie einen erwarten wird. Für uns wichtige Themen waren unter Anderem „Headless CMS & TYPO3„, „Tuning the NGINX – or how to make your website faster„, „Performance profiling with Blackfire.io“ und „Frontend tests with Codeception„.

Headless CMS & TYPO3

Zum Thema „Headless CMS & TYPO3“ zeigten Artus Kolanowski und Susanne Moog in 45 Minuten auf, welche Möglichkeiten es bereits jetzt gibt, um TYPO3 mit Bordmitteln (mit dem Core) als Headless CMS zu verwenden. Sie erklärten natürlich im Vorfeld kurz, was Headless CMS überhaupt ist, was in der aktuellen Implementierung noch fehlt und was wir in Zukunft erwarten können.

Hier findet ihr die Slides zum Talk „Headless CMS & TYPO3“: https://speakerdeck.com/psychomieze/headless-cms-t3dd19

Tuning the nginx – or how to make you website faster

Performance ist im Web ein sehr wichtiges Thema. Schließlich will keiner eine Seite betreiben, die ewig lädt und nur stückchenweise die Inhalte der Webseite ausspuckt. Aktuell verwenden wir Apache als Webserver bei unseren Projekten. Eine Alternative zu Apache ist nginx und auf den T3DD19 zeigte Frank Berger, wie man mit kleinen Änderungen an der Konfiguration viel Performance rausholen kann. Das Faszinierendste an seinem Talk war die Tatsache, dass er mit Hilfe seiner Änderungen den auf einem Raspberry Pi laufenden nginx-Webserver von wenigen Hits in 30 Sekunden, auf fast 6000 Hits in 30 Sekunden boosten konnte.

Die Slides von Frank sind hier zu finden: https://speakerdeck.com/foppelfb/tuning-the-nginx-or-how-to-make-your-website-faster

Performance profiling with Blackfire.io

Diese Session war mit einer Gesamtdauer von 4 Stunden (!) mit Abstand die längste. Benni Mack hat sehr detailliert vorgeführt, wie man mit Blackfire auch komplexere TYPO3-Projekte profilen und ihr Laufzeitverhalten messen kann. Dabei unterstützt das kommerzielle Blackfire sowohl bei der Analyse der Codeausführungszeit, als auch bei der Anzahl der ausgeführten Datenbank-Querys. Blackfire wird dabei als PHP-Extension installiert und liefert für CLI-Anwendungen ebenfalls einen entsprechenden Wrapper mit, der eine Analyse ermöglicht.

Die Analyseergebnisse können, etwa als Call-Graph, anschaulich visualisiert und mit Kollegen geteilt werden, um gemeinsam an Verbesserungen zu arbeiten.

Frontend tests with Codeception

Wer kennt es nicht? Bereits eine kleine Änderung in einem Projekt kann zu dramatischen Darstellungsproblemen auf einer Webseite führen. Damit solche Probleme bereits vor dem Go-Live erkannt und behoben werden können, gibt es bekanntlich Frontend-Tests. Hierbei hat Christian Keuerleber zwischen Monitoring und Behaviour Tests unterschieden. Mit einem Demo-Setup zeigte er dabei die Unterschiede der beiden Arten von Tests. Zudem gab er einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten des Testing-Frameworks Codeception.

Hier findet Ihr die Slides zum Talk von Christian:  https://www.slideshare.net/Kabarakh1/frontend-testing-with-codeception-160912248

Sobald die Videos der aufgenommenen Talks bearbeitet und auf YouTube bereitgestellt worden sind, verlinken wir diese natürlich noch.

Die TYPO3-Community

Anders als im letzten Jahr stand dieses Jahr vor allem wieder die TYPO3-Community und in Verbindung damit das Socializing im Vordergrund. Nachdem am Freitag in der Coding-Night noch unzählige Reviews gemacht und neue Patches für den TYPO3-Core geschrieben wurden, fand am Samstag das große Social-Event statt. Ob nun draußen auf der Terrasse des Restaurants oder drinnen im Restaurant mit Musik, auf der Kegelbahn oder in den unzähligen anderen Räumlichkeiten – der Abend bot viele Möglichkeiten, sich untereinander zu TYPO3, Arbeitsweisen oder auch einfach mal privat auszutauschen.

Aber nicht nur das Social-Event lud zum Austausch ein: Auch die zahlreichen Pausen zwischen den Sessions, die Dinner oder das Frühstück sorgten für einen rundum gelungenen Austausch innerhalb der Community.


Persönliche Fazits

Die persönlichen Fazits fallen zum Teil sicher sehr ähnlich aus und dennoch konnten wir beide auch unterschiedliche Erfahrungen auf den TYPO3 Developer Days 2019 machen.

Christian Hellmund

Auf Grund der Klassifizierungen der Sessions war es für mich leicht, die für mich passenden Talks rauszusuchen. Zudem war genügend Zeit vorhanden, um auch an neuen eigenen Projekten arbeiten zu können. Aber auch die Coding Night konnte ich dieses Jahr produktiv nutzen und so konnten wir eine neue Version unserer oauth2-Extension veröffentlichen. Außerdem erhielt die Webseite des TYPO3 Camp RheinRuhr ein Upgrade auf TYPO3 v9 und konnte direkt produktiv ausgespielt werden.

Für mich war es aber alleine auf Grund der allgemeinen Stimmung, der Location und des großen Austauschs innerhalb der Community eines der besten TYPO3-Events in den letzten Jahren, an denen ich teilnehmen konnte.

Christian Spoo

Nach den Erfahrungen des letzten Jahres habe ich mich sehr darüber gefreut, dass die Community sich deutlich professionalisiert hat. Es ist super, dass wir dieses Jahr ein schönes Beispiel für eine Veranstaltung hatten, mit der man auch Community-Mitglieder, die sich für technisch anspruchsvolle Themen begeistern, mitnehmen kann. Dass TYPO3 inzwischen immer standardkonformer (damit sind insbesondere die PSRs gemeint) und damit interoperabel wird, wird uns dabei das Leben künftig enorm vereinfachen.

Nichtsdestotrotz ist uns allen natürlich auch klar, dass wir diejenigen Nutzer, die vielleicht technisch noch nicht voll auf der Höhe der Zeit sind und z.B. immer noch nicht Composer mit TYPO3 nutzen, auch mitnehmen und weiterentwickeln müssen. Hier werden sich das TYPO3-Projekt, die Association, die TYPO3 GmbH und vor allem die Community noch beweisen müssen.

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Über Christian Hellmund

PHP & TYPO3 Entwickler bei der Marketing Factory. Erste Hilfe Spezialist für Menschen und Webseiten.

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